Autarke Stromversorgung – Was ist möglich?

Die Strompreise sind in den vergangenen Jahren konstant angestiegen, ehe sie aufgrund der Energiekrise zeitweise explodierten. Heute sind sie zwar wieder ein wenig gesunken, aber die globalen Risiken bleiben nach wie vor hoch. Eine autarke Stromversorgung kann darauf die perfekte Antwort sein, um sich von externen Märkten und Netzbetreibern unabhängig zu machen. Aber es gibt auch einige wichtige Aspekte zu beachten.

Wir stellen Ihnen in diesem Artikel vor, von welchen Möglichkeiten Sie als Hausbesitzer profitieren können. Experten halten langfristig sogar Strompreise von 60 bis 80 Cent pro kWh für realistisch – autarker Strom kann Ihnen also viel Geld sparen.

Bild Bild eine Sonne mit Stromstecker auf Steinplatten

Was gilt als autarke Stromversorgung?:

Unter Strom-Autarkie versteht man vor allem die (wirtschaftliche) Unabhängigkeit von Netzbetreibern und somit die Möglichkeiten zur Selbstversorgung. Mit Hinblick auf Energie und Strom sind das im Privatbereich zumeist Solaranlagen.

Prinzipiell kommen aber noch weitere Technologien mit folgenden Kriterien infrage:

  • Stromerzeugung geschieht meistens direkt vor Ort
  • Sie kann sowohl erneuerbare als auch fossile Energien umfassen
  • Der Netzbetreiber hat keinen Einfluss auf die Erzeugung

Damit kann eine autarke Stromversorgung als Zusatz oder bei ausreichender Dimensionierung sogar als Ersatz zum Strom vom Netzbetreiber dienen. Aufgrund steigender Anforderungen an die Energieeffizienz von Gebäuden kommen deswegen heute immer häufiger nachhaltige Technologien zum Einsatz, die zu einer höheren Autarkie beitragen.

Diese Arten der autarken Stromversorgung gibt es

Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, um Strom autark erzeugen zu können. Einige davon bieten sich für Privathaushalte und Hausbesitzer an, andere sind wiederum nur in Ausnahmefällen wirklich brauchbar.

1. Photovoltaik-Anlage

Die mit Abstand beliebteste Methode, um die eigene Stromversorgung möglichst autark gestalten zu können, sind moderne und bewährte Solaranlagen. Photovoltaik erzeugt mittlerweile 12 % des gesamten Bruttostroms in Deutschland, der Großteil davon kommt aus privater Hand. Damit liegt diese Technologie klar auf Platz 1.

Natürlich gibt es einige gute Gründe für diese Entwicklung: Solaranlagen sind heute vergleichsweise günstig, arbeiten zuverlässig, benötigen keine Genehmigung und halten problemlos mehrere Jahrzehnte durch. Das alles spiegelt sich in einer attraktiven Rendite wider und trägt zur nachhaltigen Wertsteigerung einer Immobilie bei.

2. Windrad

Auch Windräder finden sich im privaten Einsatz wieder, doch sie bilden eher die Ausnahme. Sie werden ähnlich wie Solaranlagen auf dem Dach installiert und erzeugen mithilfe der Windkraft Strom. Die Technologie hat aber einige entscheidende Nachteile, weshalb sie meistens nur für gewerbliche Windkraftanlagen infrage kommt.

So erzeugen die angetriebenen Turbinen unangenehme Vibrationen und Geräusche, die Nachbarn belästigen könnten. Daher sind Windräder und -turbinen aller Art im Privatbereich grundsätzlich genehmigungspflichtig. Aufgrund der beweglichen Teile ist ebenfalls mit einem höheren Wartungsaufwand zu rechnen.

3. Dieselgenerator

Autarke Stromversorgung muss aber nicht ausschließlich auf erneuerbare Energien setzen, sondern kann sogar fossile Brennstoffe nutzen. Dieselgeneratoren sind beispielsweise in vielen Entwicklungsländern weitverbreitet, um kurzzeitige Stromausfälle überwinden zu können. In Deutschland sind sie dank solidem Stromnetz eher die Ausnahme.

Da solche Generatoren oder Notstromaggregate ohnehin auf Diesel setzen, gibt es nur eine teilweise Autarkie. Denn anders als Sonne und Wind ist Diesel wie alle anderen fossilen Brennstoffe von externen Märkten abhängig. Eine gewisse Abhängigkeit bleibt also bestehen, zudem sind solche Generatoren laut und erzeugen Schmutz.

4. Wasserkraftwerk

Prinzipiell gehören Wasserkraftwerke natürlich ebenfalls dazu, aber in der realen Welt spielen sie im privaten Einsatzbereich de facto keine Rolle. Schließlich müsste nicht nur ein passender Fluss mit Hinblick auf Breite, Tiefe und Fließgeschwindigkeit auf dem Grundstück vorhanden sein, sondern auch noch die passende Genehmigung vorliegen.

Deshalb konnte sich die Technologie im Privatbereich nie durchsetzen, obwohl es einige Länder gibt, die ihren Strombedarf fast ausschließlich mit Wasserkraftwerken decken können. Die Schweiz, Österreich, Schweden und Norwegen gewinnen beispielsweise sehr viel Strom aus der Wasserkraft – in Deutschland sind es hingegen unter 5 %.

Kann man einen Haushalt 100 % autark versorgen?

Eine autarke Stromversorgung ist ein erster wichtiger Schritt zu mehr Unabhängigkeit, aber eine 100-prozentige Autarkie ist dennoch nur mit entsprechender Vorbereitung erreichbar. Grundsätzlich ist es möglich, aber mit Hinblick auf die Kosten nicht immer empfehlenswert.

Ausreichend dimensionierte Stromquelle

Der wichtigste Grundstein einer hohen Autarkie ist eine ausreichend dimensionierte Stromquelle. Für die meisten Hausbesitzer ist eine Solaranlage die wahrscheinlichste Lösung, um die entsprechende Leistung zu liefern. Je nachdem, wie hoch der Strombedarf eines Haushalts ist, sollte diese mindestens zwischen 10 und 20 kWp liegen.

Zur sonnigen Sommerzeit wird auf diese Weise in der Regel mehr Strom erzeugt, als notwendig ist. Aber im Winter sinkt der Ertrag deutlich ab, weshalb die zunächst ‚überdimensionierte‘ Solaranlage plötzlich ihre Vorteile ausspielen kann. Kommen weitere Großverbraucher wie Wärmepumpe oder Elektroauto dazu, braucht es nämlich entsprechend mehr Strom.

Große Stromspeicheranlage

Ohne einen Stromspeicher ist eine autarke Stromversorgung heutzutage praktisch undenkbar. Schließlich kann selbst die größte Solaranlage während der Nacht keinen Strom erzeugen, zudem gibt es für gewöhnlich Bedarfsspitzen. Ohne Stromspeicher können Haushalte gerade einmal 30 % ihres Strombedarfs mit einer Solaranlage decken.

Mit einem Stromspeicher lässt sich dieser Anteil auf bis zu 80 % steigern, ohne weitere Maßnahmen umsetzen zu müssen. Im Alltag ist diese Investition also für eine möglichst hohe Strom-Autarkie unabdingbar. Der zu viel erzeugte Solarstrom wird dann am Tag gesammelt und in der Nacht bedarfsgerecht wieder bereitgestellt.

Energiesparende Maßnahmen

Zuletzt müssen Sie natürlich noch ggf. auf energiesparende Maßnahmen und Gewohnheiten setzen, um eine Autarkie von bis zu 100 % erreichen zu können. Selbst der größten Solaranlage samt Speicher geht irgendwann der Strom aus, wenn die Wärmepumpe das Haus im Winter auf 26 Grad aufheizen soll.

Deswegen kann eine komplett autarke Stromversorgung wahrscheinlich nur dann funktionieren, wenn Sie aktiv Energie sparen. Alle Elektrogeräte sollten nach den neuesten Energieeffizienzstandards arbeiten, zudem gilt es, Stromverschwendung zu minimieren. Intelligente und vernetzte Häuser können dabei helfen, den Stromverbrauch zu optimieren.

Stromversorgung autark gestalten: Das gilt es zu beachten

Obwohl eine 100-prozentige Strom-Autarkie möglich ist, sollten die meisten Menschen das nicht als festes Ziel in Angriff nehmen. Wer bereits 70 oder 80 % erreicht, kann von deutlich niedrigeren Stromkosten profitieren, und das bei überschaubarem Einsatz.

Achten Sie vor allem auf folgende Punkte:

  • Wie hoch ist der jährliche Strombedarf Ihres Haushalts?
  • Ist ausreichend Platz zur Installation einer Solaranlage vorhanden?
  • Mit welchen Erträgen ist vor allem im sonnenarmen Winter zu rechnen?
  • Sind zukünftige Anschaffung wie Wärmepumpe oder Elektroauto erfasst?
  • Wie viele Stunden muss ein Stromspeicher überbrücken können?

Je nach Haushalt können die Anforderungen komplett unterschiedlich ausfallen. Deswegen ist anfangs eine umsichtige Planung und die richtige Expertise gefragt, um eine möglichst autarke Stromversorgung garantieren zu können.

Lohnt sich das Heizen mit Strom?

Um diese Frage letztlich zu beantworten, muss man zwei verschiedene Situationen berücksichtigen. Heizen mit Strom lohnt sich vor allem zum Überbrücken kurzer Zeiträume und zum schnellen Aufheizen kleiner Räume. Oder es dient, etwa in Form einer Wärmepumpe, als Ersatz für eine klassische Heizung.

Kleine Zusatzheizung an kalten Tagen

Viele Menschen kennen wahrscheinlich die unangenehme Situation, wenn im Oktober ein unerwarteter Kälteeinbruch die Temperaturen nach unten treibt. Aber eine Zentralheizung steht dann meistens nicht sofort zur Verfügung, denn sie benötigt eine gewisse Vorlaufzeit und ist mit hohen Kosten verbunden, wenn sie nur kurzzeitig anspringen soll.

Dank der überschaubaren Anschaffungskosten ist eine kleine, strombetriebene Heizung eine großartige Alternative. Sie kann ein paar Stunden am Tag einen Raum bedarfsweise aufheizen und anschließend schnell wieder verstaut werden. Vielleicht klettern die Temperaturen einige Tage später ohnehin wieder auf einen angenehmen Wert.

Wärmepumpe im dauerhaften Einsatz

Doch Heizen mit Strom ist dank einer modernen Wärmepumpe auch als dauerhafte Lösung möglich. Bei den laufenden Kosten schlägt sie sogar vermeintlich effiziente Gasheizungen um Längen, sofern das Haus über eine adäquate Wärmedämmung verfügt. Beim Komfort muss man gegenüber traditionellen Heizungen ebenfalls keine Abstriche machen.

Zudem setzen neue Gesetze zur Modernisierung Deutschlands umweltfreundliche Standards voraus, ob beim verpflichtenden Einsatz von Solaranlagen oder eben bei der Heizungsanlage. Hausbesitzer können mit einer Wärmepumpe schon heute alle Anforderungen erfüllen, sodass die Investition sich praktisch immer lohnt. Zukunftssorgen gehören dann der Vergangenheit an.

Weitere Tipps für autarken Strom

Einige Hausbesitzer haben es sich zur Aufgabe gesetzt, 100 % ihres Stroms selbst zu erzeugen und so eine vollständige Autarkie zu erreichen. Das liegt zwar durchaus im Rahmen des Machbaren, es ist für die meisten Menschen aber nicht empfehlenswert. Selbst mit Hinblick auf den Umweltschutz steht der Aufwand zum Ergebnis dann nicht mehr in einem guten Verhältnis.

So muss für eine vollständig autarke Stromversorgung eine weitaus größere Solaranlage samt Speicher installiert werden, die für die meiste Zeit des Jahres schlichtweg zu viel Strom produziert. Viel besser ist es, den Autarkiegrad und die zu leistenden Inventionen in ein gesundes Verhältnis zu setzen. 80 % Autarkie reichen bei Strom eigentlich vollkommen aus.

Autarker Strom: Energie-Unabhängigkeit für Haushalte.

Wer als Hausbesitzer nicht mehr komplett von externen Märkten, globalen Konflikten und schwankenden Strompreisen abhängig sein möchte, hat heute eine attraktive Option. Denn eine moderne Photovoltaik- oder Solaranlage samt Stromspeicher kann einen Großteil des eigenen Stromverbrauchs problemlos abdecken.

Die autarke Stromversorgung ist damit einfacher und günstiger als jemals zuvor. Hinzu kommen weitere Vorteile bei der Energieeffizienz, der Planbarkeit und zur nachhaltigen Wertsteigerung der eigenen Immobilie.

Haben Sie noch weitere Fragen zum Thema autarker Strom? Dann nehmen Sie jetzt Kontakt auf und lassen Sie sich von uns beraten.

Bild vom Geschäftsführer Detlef Hanken

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